XLVII.Stuts Mainz

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Vorträge  
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StuTS-Orga & Fachschaften

 

Vorträge

Die phonologische Kodierung von Geschlecht bei Warennamen 
Tanja Ackermann (Uni Mainz)
 … and we’re all like, “OMG, (not) another study on be like!?” be like einmal anders betrachtetTarek Aichah, Christine Amling, Ina Begerow und Kristin Weil (Uni Mainz)

Aspekte der ägyptischen Grammatik. Sätze mit nonverbalem Prädikat im Mittelägyptischen

Astrid Arnold, Simone Gerhards, Barbara Reichenbächer (Uni Mainz)
Modellierung der Frage-Antwort-Kommunikation durch semantische Frames Andrei Beliankou (Uni Trier)
Two dialects – one language. The case of the Albanian languageEwa Bielska (Uni Poznań)
Weil als Konnektor und Diskursmarker in der gesprochenen Sprache Philipp Dorok (Uni Bochum)
The definite article in 19th century Irish English. A corpus-based description of use and variationSusanne Flach (Uni Hamburg)
Integration. Wie nahe sich Schwestern stehen
Constantin Freitag (HU Berlin)
Focus Marking in Indian English: The case of alsoRobert Fuchs (TU Dresden)
Sabine Günther (Uni Leipzig)
Relative clauses and simple melodies
Jane Han (Uni Mainz)
Insel der Hundertjährigen - ein Überblick zur Grammatik des OkinawaArmin Hoenen (Uni Mainz)
sein Onkel finanzierte ihm das Studium vs. wir warten auf Tantes Anruf - lexikographisches doing gender im 20./21. Jh. Nicole Huber-Winter (Uni Mainz)
need in Present-Day English Verena Jäger (Uni Mainz)
Tolkiens Quenya – eine typisch europäische Sprache?Julian Jarosch (Uni Mainz)
Von Seriellen Verben zu Auxiliaren: Die Grammatikalisierung von Verben in Adamawa-SprachenHolger W. Markgraf (Uni Mainz)
Mein Herz ist rot und deine Augen auch. Über den Ausdruck von Emotionen und Beleidigungen im Kolbila Sabine Littig (Uni Mainz)
The Encoding of Predicative Nouns: German, Slovenian, Polish, Russian, Belarusian and Lithuanian in comparisonLidia Federica Mazzitelli (Uni Rom)
Russische Regionalsprache - Eine Datenbank für's Ohr Ludger Paschen (Uni Bochum)
Tertiärspracherwerb und -didaktikVerena Pietzner (Uni Leipzig)
Hierarchies and portmanteaux of Karuk pronominal affixes with Distributed Morphology and without hierarchies or portmanteaux
Michael Sappir (Uni Leipzig)
The role of phonology in the categorization of nouns and verbs
Sophie ter Schure (Uni Amsterdam)
WEIL-Äußerungen in der vorschulischen Dialogsituation. Eine begleitende Arbeit zum MIKI-ProjektAttila Sepsi (Uni Bielefeld)
Khalistani Rappers of London: Constructing the ‘Third Place’
Jaspal Singh (Uni Mainz)
Pałasz oder Pallasch? Familiennamen polnischer Herkunft in Kiel (und warum es schwierig sein kann, auf "Wie heißt du?" zu antworten)Joanna Maria Spychała (Uni Poznań)
Informationsstruktur: Das Fokussystem des Ma'di (Nilo-Saharisch, Zentral-Sudanisch) Christoph Terwitte (HU Berlin)
Wie sich Menschen bewegen. Sprache und Raum zwischen Grammatik und Kognition - Eine typologische Hypothese am Beispiel der multiethnolektalen Kontaktvarietät KiezdeutschTill J. Nesta Woerfel (Uni Potsdam)
"Reflexives Passiv" und "passiv-ähnliche" Konstruktionen im Französischen und Deutschen. Eine sprachkontrastive Untersuchung aus typologischer SichtHenning Zeebe (Uni Mainz)
ELDIA (European Language Diversity for All) - Projektvorstellung
Katharina Zeller & Claudia Reitz (Uni Mainz)
Recht auf Muttersprache als EU-Recht und MenschenrechtAnnette Zmyj (Uni Frankfurt)

 

Tanja Ackermann (Uni Mainz)

Die phonologische Kodierung von Geschlecht bei Warennamen

Im Zeichen fortschreitender Globalisierung zeigt die gegenwärtige Waren- und Markennamenforschung großes Interesse an den semantischen Eigenschaften von Sprachlauten. Ein interessanter Aspekt ist hierbei die phonologische Kodierung von Geschlecht, durch die auch auf globalen Märkten eine gezielte Positionierung neuer Produkte im Wahrnehmungsraum weiblicher bzw. männlicher Konsumenten erfolgen kann. Dass deutsche Rufnamen, im Gegensatz zur Eigennamendefinition, die semantische Information Sexus tragen, konnte bereits bewiesen werden. Weitgehend unerforscht blieb bisher unterdessen, ob diese diagnostischen Strukturmerkmale im Deutschen nur zur Kennzeichnung des biologischen Geschlechts Anwendung finden, oder ob dieses phonologische Wissen auch im Zusammenhang mit Objekten, die lediglich mit Geschlecht assoziiert werden, aktiviert werden kann.

Der Vortrag gibt einen Einblick in mein Magisterthema, in dessen Vordergrund eine tiefergehende prosodisch-phonologische Analyse ausgewählter geschlechtsspezifischer Warennamen steht. Deodorantnamen wie Magnolia oder Click sollen Aufschluss darüber geben, inwieweit sich die aktuelle Warennamengebung im Deutschen geschlechtskongruenter phonologischer Strukturen bedient. Die untersuchten Parameter betreffen die Silbenzahl, die Sonorität der Einzellaute, den Vokalismus, die Silben- sowie An- und Auslautstruktur und das Vorkommen von Konsonantenclustern und Hiaten. 

 

Tarek Aichah, Christine Amling, Ina Begerow und Kristin Weil (Uni Mainz)

… and we’re all like, “OMG, (not) another study on be like!?” be like einmal anders betrachtet [Postersession]

Bisher wurde be like in seiner Verwendung als Quotativ fast ausschließlich als stereotyper Marker von Teenagerjargon soziolinguistisch erforscht, wie beispielsweise:

My friend recorded [the song] in his studio in Patterson, he's an upcoming producer … and he was like, "Oh, yeah, I have this beat for you!" And I'm like, "OK, let me hear it." And I'm like, "Wow, that's really a hot beat. I have to really get on that beat." He like, "Yeah, I think this song should be called 'I Don't Need a Hook.'" And I'm like, "OK." So, from there I just wrote the song and it's all history from there.

Ziel unseres gemeinsamen aus einem Seminar entstanden Forschungsprojekts ist es, das Quotativ aus einer (längst überfälligen?) alternativen Perspektive zu untersuchen, die seiner aktuellen Verwendung gerecht wird und mögliche Entwicklungstendenzen skizziert. Folgt man den Beobachtungen und Einschätzungen neuerer Studien, so fällt auf, dass be like eine ganz charakteristische Position im System redewiedergebender Ausdrücke des Englischen einnimmt und eine spezifische kommunikative Situation bedient. Vor diesem Hintergrund widmet sich unser Projekt be likes differenziertem Bedeutungsspektrum und seinen distinktiven Funktionen innerhalb des englischen Quotativinventars. Unser Hauptziel ist es, auf bisher vernachlässigte Aspekte in der Erforschung von be like aufmerksam zu machen und sein Profil an der Schnittstelle von Semantik, Kontext und Diskurs zu ergründen. Die thematisch verbundenen Studien in Vorbereitung geben erste Einblicke in das überraschende Potenzial von be like – im Internet, in Online- und traditionellen Printmedien, in zeitgenössischen englischen Romanen und Popmusik.

Die Ergebnisse des Projekts werden über die ganze StuTS hinweg auf Postern zu sehen sein. Die Studierenden werden die Poster zudem in einem normalen Vortragsslot ausführlicher erläutern.

This poster session can be given in English as well. Please notify us a few weeks in advance if you're interested.

 

Astrid Arnold, Simone Gerhards, Barbara Reichenbächer (Uni Mainz)

Aspekte der ägyptischen Grammatik. Sätze mit nonverbalem Prädikat im Mittelägyptischen


Das Ägyptische gehört zur afroasiatischen Sprachfamilie und wird in fünf Sprachstufen (Altägyptisch, Mittelägyptisch, Neuägyptisch, Demotisch und Koptisch) unterteilt. Der Vortrag konzentriert sich auf das Mittelägyptische, die Literatur- und Ritualsprache vom 2. Jhtsd. v. Chr. bis zur Römerzeit.
Ein Hauptbestandteil der Grammatik sind die sogenannten nonverbalen Sätze, die in diesem Vortrag vorgestellt werden. Es werden derer drei Arten unterschieden: Nominal-, Adjektival- und Adverbialsätze. Die Prädikate dieser Satzarten können von substantivischen Ausdrücken, adverbiellen Bestimmungen, Adjektiven oder Partizipien gebildet werden.

Literatur:
Allen, James. 2001. Middle Egyptian. An Introduction to the Language and the Culture of the Hieroglyphs. Cambridge: Cambridge University Press, 67-78, 109-115, 119-125.
Graefe, Erhardt. 2001. Mittelägyptisch. Grammatik für Anfänger. Wiesbaden: Harrassowitz, 35-42, 47-51. 

 

Andrei Beliankou (Uni Trier)

Modellierung der Frage-Antwort-Kommunikation durch semantische Frames

Linguistisches Wissen wird immer öfter zum Gegenstand anderer Wissenschaften, die von der klaren Darstellng der sprachlichen Strukturen wesentlich profitieren. Moderne Computerlinguistik ist eine davon.

Der immer stärkere Einsatz der Methoden von maschinellem Lernen hebt die Bedeutung von schon vorbereiteten und im Rahmen eines linguistischen Paradigma ausgezeichneten Korpora hervor, die als Erkenntnissquelle für selbstlernende Algorithmen dienen. Der Vortrag weist Möglichkeiten auf, konventionelle Frage-Antwort-Systeme mit linguistischem Wissen anzureichern.

Es wird ein semantisches Modell der Frage-Antwort-Kommunikation vorgestellt, das auf semantischen Frames im Sinne von Ch.Morris basiert. Anschließend wird mit anschaulichen Beispielen gezeigt, wie ein System für Question Answering dieses Modell benutzen kann. Während des Vortrages werden praktische Einblicke in die Arbeit mit semantisch ausgezeichneten Korpora (FrameNet und SALSA) gemacht und nötige Tools vorgestellt.

Literatur zur Einführung:

K. Erk et al., “Towards a Resource for Lexical Semantics: A Large German Corpus with Extensive Semantic Annotation,” in Proceedings of the 41st Annual Meeting on Association for Computational Linguistics - ACL \'03, Sapporo, Japan, pp. 537–544
S. Narayanan and S. Harabagiu. 2004. Question answering based on semantic structures. In Proceedings of COLING 2004, Geneva, Switzerland, pp. 693-701.
C. J. Fillmore, \"Frames and the Semantics of Understanding\" in Quaderni di Semantica, Vol. 6, No. 2, 1985, pp. 222-254.

 

Ewa Bielska (Uni Poznań)

Two dialects – one language. The case of the Albanian language

There are two main dialects in Albanian language: Gheg, which is spoken in northern Albania and Kosovo, and Tosk, which is spoken in southern Albania. Their names come from the names of population (Ghegs and Tosks) who live in these areas. The border between them points Shkumbini River in central Albania and then along the Drin River through the middle of Struga in the Republic of Macedonia. The standard language after a long time was established and is now based on both dialects. However, before that time each of these dialects had its own standard variety.

My aim in this paper is to show which features of both dialects came into standardization, what is the difference between them (taking into consideration especially lexical system of language). However, more importantly than pointing just differences between them, I hope to explain why one dialect had played a bigger role in establishing a standard language than the other one, what were pros and cons to the one of the two dialects and why this problem is a very current issue nowadays, not only among linguists but in Albanian mass-media too.

 

Philipp Dorok (Uni Bochum)

Weil als Konnektor und Diskursmarker in der gesprochenen Sprache

In prototypisch schriftsprachlichen Texten tritt weil im Deutschen ausschließlich als Subjunktor mit nachfolgender Verbletztstellung auf, doch in der gesprochenen Sprache ergeben sich für weil wesentlich vielfältigere Verwendungsmöglichkeiten. Insbesondere die als weil-Verbzweitsätze bezeichneten Konstruktionen wie etwa

„[…] dafür kannst-e ooch nich ständich bestraft werden weil du mußt ooch irgendwie durchs leben kommen […]“*

waren während der Neunzigerjahre des 20. Jahrhunderts immer wieder ein heiß diskutiertes Thema in der germanistischen Linguistik. Vor allem in den frühen Aufsätzen zu den Verbstellungsvarianten nach weil ist viel Schindluder mit der Terminologie getrieben worden und es wurde oftmals auf Introspektion zurückgegriffen statt empirische Sprachdaten systematisch auszuwerten. Die Aufsätze von Gohl/Günthner (1999), Wegener (1999 und 2000) und Uhmann (1998) haben einen großen Verdienst für die Erforschung von weil in der gesprochenen Sprache geleistet, sowohl was die Auswertung von empirischen Daten als auch die Entwicklung geeigneter Beschreibungsmöglichkeiten angeht. Doch die Erforschung von weil in der gesprochenen Sprache ist damit noch längst nicht abgeschlossen, da man sich sowohl im Bereich der Diskursmarker als auch im Bereich der Konnektoren immer wieder unter verschiedenen Fragestellungen mit weil beschäftigt, wie etwa die neueren Arbeiten von Auer/Günthner zur Entstehung von Diskursmarkern (2005) und von Blühdorn zu den kausalen Konnektoren des Deutschen (zuletzt 2009) zeigen.

In meinem Vortrag möchte ich eine differenzierte Betrachtung von weil als Konnektor und Diskursmarker in der gesprochenen Sprache vorstellen, die auf der systematischen Analyse verschiedener Korpora basiert, die ich seit knapp zwei Jahren verfolgt habe. Die zentrale Fragestellung meines Vortrags lautet: „Wie lässt sich weil als Konnektor und Diskursmarker zutreffend linguistisch beschreiben und in die Grammatik der gesprochenen deutschen Sprache einordnen?“

Literaturtipp zur Einführung:

Wegener, Heide (2000): Da, denn und weil – der Kampf der Konjunktionen. Zur Grammatikalisierung im kausalen Bereich. In: Thieroff, Rolf (Hg.): Deutsche Grammatik in Theorie und Praxis. Tübingen: Niemeyer, S. 69-81.

*Dialog B02OF vom 1993-08-10, Sprecherin GERDA1 (Teilnehmer). Beispiel aus: DWDS Projekt „Digitales Wörterbuch“: Berliner Wendecorpus 1992-1996, Freie Universität Berlin, Institut für Deutsche und Niederländische Philologie, Leitung Prof. Dr. Norbert Dittmar.

 

Susanne Flach (Uni Hamburg)

The definite article in 19th century Irish English. A corpus-based description of use and variation (Paper can be presented in English or German)

In the so-called “non-standard” article use in Irish English (IrE) the definite article the is sometimes used in contexts where Standard English would use the zero article. Usages include, mostly:

  • noun phrases with generic reference: the bacon is expensive, the people are wicked
  • distributional expressions usually involving “per”: he earns a pound in the week

  • in reference to seasons: I will come out in the spring, I was sick all the winter
  • in reference to diseases and ailments: he died of the cancer, I took a relapse of the fever
  • constructions with the quantifiers  most, half & both and numerals: the one half of what you hear
  • and in gerunds and nominalisations: he didn’t take the loosing the house too kindlysa

This “overuse“ in IrE has mainly been related to substrate influence of corresponding usage types in Irish Gaelic. More recently, the feature has been discussed as an angloversal/universal from a more global perspective of “irregular use of (the) articles” in other varieties of English, most notably in contact/shift (L2) varieties. All contexts in question have parallels in earlier Englishes and most of these are used in English dialects to this day.

The underlying idea of my paper is that the zero article in Standard English is actually the less expected and less “logical”. Those usage types in Standard English should be viewed as being articless for idiomatic reasons, rather than for semantic or linguistic constraints.

This view is supported by findings from a historical corpus of 19th century IrE: article use in IrE  is mostly governed by pragmatic and semantic (pre)conditions. On the other hand, the geographical distribution largely follows the 16th and 17th century British settlement patterns of Ireland. Article use in IrE is thus viewed as a conservatism and much less Irish” (substrate) than previously considered.

This thesis grew out of my employment as a student research assistant at the project H5 “Hiberno-English: Variation and Universals in Contact-Induced Language Change” at the Collaborative Research Centre on Multilingualism, University of Hamburg.

 

 

Constantin Freitag (HU Berlin)

Integration. Wie nahe sich Schwestern stehen

Angeregt von einem Papier von Joachim Jacobs aus den 90er Jahren habe ich mich in meiner B.A. Arbeit mit der strukturellen Beziehung von Verben und deren (direkten) Objekten im Deutschen beschäftigt.

Bei genauerer Beobachtung zeigte sich, dass direkten Objekten (und ihren Beziehnungen zu Verben) eine besondere Rolle im Satz zukommt.
Bei vielen Phänomenen, z.B. der Fokusprojektion, taucht immer wieder das Verb und sein direktes Komplement als zentrale Struktureinheit auf.

(1) [Der Professor [hat [einen PREIS]F gewonnen.]F ]F
Ein weiteres Phänomen bildet die Möglichkeit aus direkten Objekten zu Extrahieren:
(2) [Über Linguistik]1 hat er ein Buch t1 gelesen.
Ich habe versucht, diese Beobachtungen auf eine grundlegende syntaktische Beziehung zu reduzieren und Beispiele zu finden, die zeigen, dass die Integrationsbeziehung auch in anderen Sprachen hält.

Literatur: Jacobs, Joachim (1993): Integration. In: Reis, Marga (Hrsg.): Wortstellung und Informationsstruktur. Tübingen : Niemeyer, S. 63–116 . 

 

Robert Fuchs (TU Dresden)

Focus Marking in Indian English: The case of also

How does the use of also in Indian English (IndE) differ from British English (BE), and why? After a brief introduction on how English came to India and what focus particles are, we will look at exampes like the following:

I want that also.
He does not come also.

In the first example, also takes a position directly following its focus. In the second, it is used in a negative context, where in BE either would be used. Both are very frequent in IndE, a survey of the Indian and British subcomponents of the International Corpus of English has shown. What is more, there is an additional use of also where it is used not in its additive sense, but to introduce new information. All these innovations are more frequent in spoken and informal language. We will find out why and where these new uses come from.

 
Sabine Günther (Uni Leipzig)
 
You think me furniture? Ima not! Ima B-I-G D-E-A-L! - Coda-talk in der Amerikanischen Gehörlosengemeinschaft
 
Coda (Children of deaf adults) bezeichnet Hörende mit mindestens einem gehörlosen Elternteil, die in der Gehörlosengemeinschaft aufgewachsen sind. 
Innerhalb der Amerikanischen Gehörlosengemeinschaft nehmen sich die Codas mehr und mehr als eigene Gruppe war. Eine wichtige Rolle für ihre Identität spielt dabei der Coda-talk, eine "Mischung" aus Amerikanischer Gebärdensprache (ASL) und Englisch. Codas sind bikulturell und bilingual - wie kann eine Kontaktsprache aus einer Gebärdensprache und einer Lautsprache aussehen?
Zum besseren Verständnis wird es auch einen kurzen Einblick in die Struktur von Gebärdensprachen geben.
 
 

Jane Han (Uni Mainz)

Relative clauses and simple melodies

In this talk I will present my Magisteter thesis, a work-in-progress. Since the alotd time is rather short, I will be accordingly brief about the following topics: 

  • psycholinguistics and the eeg method
  • relative clauses in english and korean
  • music (this might involve a brief interlude on the violin)
  • my own experiment (stimuli, design, hypotheses).

Any and all thoughts on language and music are welcome!

 

Armin Hoenen (Uni Mainz)

Insel der Hundertjährigen - ein Überblick zur Grammatik des Okinawa

Im Süden Japans liegt die Inselkette der Ryukyu Inseln auf denen u.a. das Okinawa gesprochen wird. In diesem Vortrag möchte ich einen Überblick über die Inselvarietät geben. Dabei werden die Konsequenzen einer radikalen Reduktion des Vokalparadigmas deutlich. Besonderheiten wie die Fusion von Partikeln mit Nomina geben einen weiteren Einblick in mein Magisterthema.

 

Nicole Huber-Winter (Uni Mainz)

sein Onkel finanzierte ihm das Studium vs. wir warten auf Tantes Anruf - lexikographisches doing gender im 20./21. Jh.

Dass durch Sprache das gesellschaftliche Bild von der ‚typischen Frau’ und dem ‚typischen Mann’ geformt werden kann, ist nicht erst seit jüngster Zeit bekannt. Den Wörterbüchern kommt in diesem Kontext eine wichtige Bedeutung zu, da sie Normierungsfunktionen ausüben.

Der Vortrag setzt sich zum Ziel, die Geschlechterdichotomie ausgewählter einsprachiger Wörterbücher des 20. und 21. Jahrhunderts zu analysieren. Den Untersuchungsgegenstand bilden die Einträge zu Frau/Mann. Darüber hinaus soll der Blick auch auf ‚unauffälligere’ Einträge wie Mädchen/Junge und Lemmata zur näheren und weiteren Verwandtschaft (Mutter/Vater; Tante/Onkel etc) gerichtet werden.

Hierbei steht die Frage im Vordergrund, inwiefern Geschlechterstereotypen konstruiert werden (doing gender), ob eventuell Gegenstrategien angewendet werden (undoing gender) oder eine Hyperritualisierung des sozialen Geschlechts vorliegt, wie sie in Taschenromanen und der Werbung begegnet. Den Maßstab bilden geschlechtsspezifische Auffälligkeiten innerhalb grammatischer Strukturen der Beispielsubstanz, eventuelle Besonderheiten im Aufbau und Gestaltung der Einträge und die unterschiedliche Partizipation weiblicher und männlicher Personen an eigens aufgestellten semantischen Kategorien (z.B. Alter, Biologie).

 

Verena Jäger (Uni Mainz)

need in Present-Day English

Schon vor mehreren Jahrzehnten stellten Linguisten fest, dass sich das System der englischen Modalverben in einem grundlegenden Wandlungsprozess befindet. In vielen Studien ist bis heute vor allem die Veränderung der zentralen Modalverben untersucht worden, während need als einem der schwarzen Schafe der Familie der Modalverben (neben dare) relativ wenig Beachtung geschenkt wurde. Doch was macht need zum „Außenseiter“?

Zum einen lässt es sich nur schwer kategorisieren: Gibt es sich syntaktisch und vor allem auch semantisch gesehen zwei Verben, ein Modalverb und ein (katenatives) Vollverb oder doch nur ein Verb mit verschiedenen Formen? Zum anderen wird das modale need vor allem im amerikanischen Englisch selten verwendet (Tendenz sinkend), während der Gebrauch des Vollverbs in den letzten Jahrzehnten drastisch zugenommen hat – eine Entwicklung, die (scheinbar?) im Widerspruch zur Grammatikalisierungstheorie steht, die von einer generellen Entwicklung von Vollverben zu Modalverben ausgeht. Dennoch sollte need keineswegs vernachlässigt werden. Es gibt interessante Ansätze wie die von Krug (2000), Taeymans (2004) und Müller (2008), die oben genannten Problemstellungen zu lösen. Auch eine Analyse des Gebrauchs von need anhand von drei großen Korpora (TIME Corpus, BNC und COCA) liefert interessante Ergebnisse. So geht die Zunahme im Gebrauch von need to beispielsweise mit linguistischen Trends wie Kolloqualisierung und Informalisierung der englischen Sprache einher und spiegelt wichtige gesellschaftliche Veränderungen der letzten Jahrzehnte wider. Während noch vor 50 Jahren das Hilfsverb must viel häufiger gebraucht wurde als need to, hat need to, das dem Adressaten suggeriert, dass der Vollzug einer Handlung in seinem eigenen Interesse ist, must inzwischen fast eingeholt. Und dass ein Sprecher die Interessen seines Gegenübers scheinbar kennt und berücksichtigt, erscheint gerade in unserer Gesellschaft, die immer mehr Wert auf die individuelle Bedürfnisse und demokratische Strukturen legt, viel wichtiger als beispielsweise in der Nachkriegszeit, in der Autoritätsstrukturen stark ausgeprägt waren. Allerdings muss man sich in diesem Zusammenhang auch die spannende Frage stellen, ob hierarchische Strukturen wirklich abgebaut wurden/werden oder im heutigen Sprachgebrauch nur weniger deutlich erkennbar sind.

Literatur:

Krug, Manfred G. (2000) Emerging English Modals: A Corpus-Based Study of Grammatical­ization. (Topics in English Linguistics 32.) Berlin: Mouton de Gruyter.

Müller, Friederike (2008) “From Degrammaticalisation to Regrammaticalisation? Current Changes in the Use of NEED”. AAA - Arbeiten aus Anglistik und Amerikanistik 33.1: 71-94.

Taeymans, Martine (2004) “An Investigation into the Marginal Modals Need and Dare in British Present-Day English: A Corpus-Based Approach”. In: Fischer, Olga; Norde, M. and H. Perridon (eds.) Up and Down the Cline: The Nature of Grammaticalization. (Typological Studies in Language 59), 97-114. Amsterdam: Benjamins.

 

Julian Jarosch (Uni Mainz)

Tolkiens Quenya – eine typisch europäische Sprache?

Eine Untersuchung von J. R. R. Tolkiens Kunstsprache Quenya auf Haspelmaths (2001) typologische Merkmale des SAE (Standard Average European)-Sprachbundes, um festzustellen, ob Tolkiens Beschreibung der Sprache als ›europäisch in Stil und Struktur‹ zutreffend ist.

 

Holger W. Markgraf (Uni Mainz)

Von Seriellen Verben zu Auxiliaren: Die Grammatikalisierung von Verben in Adamawa-Sprachen

Serielle Verbkonstruktionen und Auxiliarkonstruktionen stehen aufgrund ihrer syntaktischen und semantischen Eigenschaften in einem engen definitorischen Verhältnis. Aus ihrer historischen Entwicklung betrachtet sind Serielle Verbkonstruktionen, neben Verb-Komplement Strukturen, die häufigste Quelle zur Entstehung von Auxiliarkonstruktionen (Anderson 2006: 11). Aufgrund dieses historischen Zusammenhangs ist es im Bereich der Seriellen Verbkonstruktionen problematisch eine klare Grenze zwischen seriellen Verben und Auxiliaren zu ziehen.
Dem Ansatz von Heine (1993) und Kuteva (2001) entsprechend können serielle Verben und Auxiliare auf einer Grammatikalisierungsskala, einer sogenannten „grammaticalization-chain“ angesiedelt werden, in der jedes Glied dieser ‚Kette‘ eine Stufe des Auxiliarisierungsprozesses repräsentiert, wobei die vorherigen und die nachfolgenden Funktionen sowie deren linguistische Realisierungen nebeneinander in Gebrauch sind. Daraus ergibt sich eine überlappende Zwischenstufe, die durch semantische und/oder syntaktische Ambiguität gekennzeichnet ist (Kuteva 2001: 138).
Der Vortrag präsentiert einen Einblick in mein Magisterthema, das zunächst eine Bestandsaufnahme von Seriellen Verbkonstruktionen in Adamawa-Sprachen (Volta-Kongo) darstellt und in einem zweiten Schritt die Schnittstelle zwischen Seriellen Verbkonstruktionen und Auxiliarkonstruktionen im Blickwinkel der Grammatikalisierung betrachtet. Dabei sind die Verben 'gehen' und 'kommen' in den Adamawa-Sprachen, wie in vielen anderen Sprachen auch, von besonderer Bedeutung, da sie eine Vielzahl semantischer Funktionen übernommen haben, von ihrer Eigenschaft als direktionale Verben in narrativen Seriellen Verbkonstruktionen bis hin zu Tempus-Markern.


Literatur:

Anderson, G.D.S. 2006. Auxiliary Verb Constructions. Oxford: Oxford University Press.
Heine, B. 1993. Auxiliaries. Cognitive forces and Grammaticalization. New York: Oxford University Press.
Kuteva, T. 2001. Auxiliation. An Enquiry into the Nature of Grammaticalization. Oxford: Oxford University Press.

 

Sabine Littig (Uni Mainz)

Mein Herz ist rot und deine Augen auch. Über den Ausdruck von Emotionen und Beleidigungen im Kolbila

Kolbila ist eine Adamawasprache die im Nordwesten Kameruns von ca. 6000 Sprecherinnen und Sprechern gesprochen wird.

Dieser Vortrag behandelt den Ausdruck von Emotionen und Ausdrücke des Schimpfens beziehungsweise, Beleidigungen in der Sprache.

In beiden Teilen werde ich gleichermaßen auf die Struktur der Experiens-Konstruktionen und ihren semantischen Inhalt eingehen.

Die Sprachen der Welt bedienen sich vieler verschiedener Konzepte um Emotionen zu Ausdruck zu bringen. Für afrikanische Sprachen im Allgemeinen gilt, dass sie überwiegend Konstruktionen, in denen das Experiens als Possessor eines Personenteilnomens erscheint, aufweisenb- diese These werde ich am Kolbila testen. Zudem werde ich auf den Experiens-Konstruktionen zugrundeliegenden kognitiven Konzepten eingehen und mit den Konzepten weiterer afrikanischer Sprachen vergleichen. Neben dem Ausdruck von Wut, Trauer und Freude, sollen auch Körpergefühle wie Kälte, Hunger und Durst Beachtung finden. Hinsichtlich der Beleidigungen werde ich anhand einiger Beispiele ihre Struktur darlegen und den Strukturen der Experiens-Konstruktionen gegenüberstellen. Ein ausschlaggebender Punkt hinsichtlich der Beleidigungen ist, dass grundsätzlich Konzepte zur Verwendung kommen, die Deformierungen des Körpers des zu Beleidigenden beinhalten. Diese werde ich im Verlaufe des Vortrages darstellen und ethnolinguistisch hinterfragen.

 

Lidia Federica Mazzitelli (Uni Rom)

The Encoding of Predicative Nouns: German, Slovenian, Polish, Russian, Belarusian and Lithuanian in comparison

Predicatives are adjectives and nouns which refer to the subject or object of a sentence through the mediation of a copular or a predicative verb. I will consider here only predicatives referring to the subject of a sentence, as in The girl is happy or The girl became a Hollywood star.

In the languages of Europe which have case, such predicative nouns present very differentiated encoding patterns. We can find a ‘zero encoding’-pattern, as in German, a Nominative-only pattern, as in Slovenian, an adjectival Nominative pattern vs. a substantival Instrumental pattern, as in Polish, and an alternating Nominative vs. Instrumental pattern, as in Russian, Belarusian and Lithuanian. In those languages the choice of the case (Nominative or Instrumental) depends on several factors:

  • the noun class of the predicative noun: Substantive or Adjective
  • the time of the predicate: Present, Past or Future
  • the permanent or accidental character of the state expressed by the predicative noun  
 

Ludger Paschen (Uni Bochum)

Russische Regionalsprache - Eine Datenbank für's Ohr

Die Dokumentation aussterbender Sprachen und Dialekte wird seit den letzten Jahrzehnten von immer mehr Linguisten intensiv betrieben. Dabei spielt die Verfügbarmachung der durch Feldarbeit gewonnenen Lautaufnahmen an sich (Rohdaten) meistens nur eine marginale Rolle, so dass die lebendige Rede der Nachwelt nur teilweise, nämlich als (glossierte) Transkribtion, erhalten bleibt.

Russische Dialekte sind bislang vor allem in zweierlei Form zugänglich: als Dialektwörterbuch und als Dialektatlas. Auch Lautaufnahmen sind verfügbar, allerdings in beschränktem Umfang und in kleiner Auflage. Genau dort setzt das Projekt "Russische Regionalsprache" an. Auf der Basis von über 1000 Stunden Audiomaterial soll eine polyfunktionale Datenbank erstellt werden, die die Aufnahmen zum einen archiviert und sie andererseits für die Bedürfnisse unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen aufbereitet, mit dem Ziel, größere Bestände an Lautmaterial aus dem gesamten russischen Sprachgebiet online zugänglich zu machen.

In dem Vortrag wird die Entstehungsgeschichte der Datenbank vorgestellt, angefangen bei den Expeditionen ins Feld, über Archivierung, Analyse und Tagging der Daten bis zur finalen Aufbereitung für den Endbenutzer. Natürlich wird es auch nicht an Bild- und Tonbeispielen mangeln, die einen kleinen Einblick in die Vielfalt der zu dokumentierenden Russischen Regionalsprache bieten.

 

Verena Pietzner (Uni Leipzig)

Tertiärspracherwerb und -didaktik

In der Didaktik des Spracherwerbs wird traditionell zwischen Erst- und Zweitspracherwerb unterschieden, wobei unter Zweitsprache die zweite und alle weiteren Sprachen gefasst werden. Tatsächlich ergeben sich jedoch große Unterschiede aus der Anzahl der bereits gelernten Sprachen. So wie beim Erstsprachwerb erlernte Fähigkeiten eine große Rolle beim Zweitspracherwerb spielen, sind Kenntnisse aus bereits gelernten Sprachen auch für das Lernen weiterer Sprachen relevant. In dem Vortrag soll sowohl auf psycholinguistische Annahmen zum Spracherwerb als auch auf einige klassische Spracherwerbstheorien eingegangen werden, um schließlich die Rolle von Lernstrategien, Sprachbewusstsein und Interferenz beim Erwerb von weiteren (dritten) Sprachen und deren möglichen Nutzen für den Sprachunterricht zu betrachten.

 

Michael Sappir (Uni Leipzig)

Hierarchies and portmanteaux of Karuk pronominal affixes with Distributed Morphology and without hierarchies or portmanteaux

Karuk is an isolate of indigenous Northwest California. The pronominal affixes of Karuk verbs were traditionally seen as portmanteau markers, encoding the features of both subject and object, in a somewhat unpredictable way. More recent analyses instead attempted to identify the affixes as separable, single-referent markers, governed by a language-specific Silverstein hierarchy of person and number features. However, these attempts did not produce a clear explanation for the pattern. Working within the framework of Distributed Morphology, I attempted an analysis of the so-called portmanteaux, in which I more precisely identified each of the markers. Although I chose not to integrate hierarchies into the formal analysis, the analysis ended up unexpectedly obeying the classic Silverstein hierarchy (Person: 1/2>3, Number: Plural>Singular). In this talk, I will briefly present my analysis, more or less glossing over the more technical details in order to focus on the tenacious insistence of the Karuk paradigm to make me believe in Silverstein scales.

 

Sophie ter Schure (Uni Amsterdam)

The role of phonology in the categorization of nouns and verbs

In the last decade, a number of studies have found that there are correlations between the forms of words and their grammatical category (Cassidy & Kelly, 1991; Durieux & Gillis, 2001; Monaghan, Christansen & Chater, 2007). Nouns and verbs, for example, can be distinguished by their number of syllables: in both English and Dutch, disyllabic words tend to be nouns, while the opposite holds for monosyllabic words.

This finding surprised me, seeing that in linguistics it is widely held that ‘language is arbitary.’ I was familiar with the idea that there are semantic associations between some similar sounding words, at least in English and Dutch, but I never heard that there was also a form-function association in those languages. Therefore, in my MA-thesis, I have investigated whether speakers of Dutch are sensitive to this association between the phonology of words and their grammatical category. Moreover, I have tested whether children could use this association in learning the different grammatical categories. In my AG, I will present the results of this investigation.

 

Attila Sepsi (Uni Bielefeld)

WEIL-Äußerungen in der vorschulischen Dialogsituation. Eine begleitende Arbeit zum MIKI-Projekt

Kaum über ein anderes syntaktisches Phänomen wurde in den vergangenen drei Jahrzehnten über Fachkreise hinaus derart kontrovers diskutiert wie die WEIL-Konstruktion. Dabei ging es v.a. um die Verbstellung in der gesprochenen Sprache. Die Thematik spaltete die Ansichten der Sprachwissenschaftler in zwei Gruppen. Während die einen (vgl. Weinrich 1984 und Keller 1993) behaupteten, die Verwendung der WEIL-Konstruktion mit Verbzweitstellung sei aktuell und werde sich im Laufe der Zeit gegenüber der WEIL-Konstruktion mit Verbendstellung (selbst in der geschriebenen Sprache) durchsetzen werde, betrachteten die anderen (Willem 1994, Selting 1999 und Wegener 2000) die Zukunft der „deutschen“ Nebensatzstellung weder derart pessimistisch, noch als so außerordentlich neuartig.

In meiner Masterarbeit habe ich mich anhand eines Korpus gesprochener Sprache von Vorschulkindern mit Migrationshintergrund erneut der Frage zugewendet, wie es nun mit der „deutschen“ Nebensatzstellung (Verbstellung) bezüglich der WEIL-Äußerungen stehe? Meine Ergebnisse lassen vor allem Sprachskeptiker staunen:

Von insgesamt 188 WEIL-Äußerungen wurden 144 mit Verbendstellung und nur 44 mit Verbzweitstellung verwendet. Es zeigte sich, dass ein differenzierter Blick auf das syntaktische Phänomen notwendig ist. Vor allem in einer Konstellation kann schwer von WEIL-Äußerungen mit Verbzweitstellung gesprochen werden. Dabei handelt es sich um Redebeiträge unterschiedlicher Gesprächspartner. Auf dieser Konstellation wurde die Kernhypothese, aufbauend auf den Befunden von Schlobinski (1992), Uhmann (1996) und Wegener (1999), konstruiert: Wird eine Ergänzungsfrage mit den Interrogativpronomina Warum oder Wieso gestellt, sollte die darauf folgende WEIL-Äußerung mit Verbendstellung verwendet werden.

Meine Ergebnisse machen deutlich, dass die These, das Deutsche sei dabei in der gesprochenen Sprache die Nebensatzstellung mit WEIL und VE aufzugeben, zu kurz greift. Die Arbeit versteht sich infolgedessen auch als Kritik an der Kritik des „Sprachverfalls“ und Verlust der „deutschen“ Nebensatzstellung in den WEIL-Äußerungen. 

 

Jaspal Singh (Uni Mainz) 

Khalistani Rappers of London: Constructing the ‘Third Place’

I grew my hair became a Singh, didn’t wanna blend in
So I gonna learn martial arts, my faith I’m defendin
- Sikh Unit: 25 Years Tune (2009)

Khalistan is an envisioned utopia for many Sikh people. Indian partition and the ongoing religious struggles have led to an exodus of Sikhs to the UK, Canada, the US and Australia. For the younger diasporic generations who are growing up in those countries, Khalistan has become a ‘third place’ in which identity and alterity can be acted out, in terms of e.g. religion, militancy, masculinity, self-consciousness and rebellion. In supplementing the significance of Khalistan with a hiphop format, the young generation negotiates between their parental cultures (myths) and the accessible youth cultures (metaphors), thereby increasing the coherency of their subjective narratives and repealing the ambiguity of their fissured identities. We can therefore speak of the young Khalistanis as bricoleurs who “appropriated another range of commodities by placing them in a symbolic ensemble which served to erase or subvert their original straight meanings” (Hebdige 1979: 104).    

I will try to exemplify this by presenting some songs of self-proclaimed Khalistani rappers from the London area. Their linguistic performance not only sheds light on the stylistic components of such a Khalistani bricolage but also confirms the poststructuralist idea of an ever-provisory negotiated culture and identity.

 

Joanna Maria Spychała (Uni Poznań)

Pałasz oder Pallasch? Familiennamen der polnischen Herkunft in Kiel (und warum es schwierig sein kann, auf "Wie heißt du?" zu antworten)

"In der langen Geschichte der deutsch-polnischen Nachbarschaft ist es schwierig, den genauen Moment zu bestimmen, in dem Polen anfingen, sich auf den Gebieten der heutigen BRD niederzulassen" (Kostrzewa 2005).

Eins der Ergebnise dieser Migration ist die große Anzahl von Familiennamen polnischer Herkunft. Das lässt sich sehr einfach feststellen - es genügt, ein Telefonbuch aufzuschlagen.

In meinem Vortrag möchte ich anhand mehrerer Beispiele verschiedene Adaptationsprozesse vorstellen, die beim Kontakt polnischer Familiennamen mit dem Deutschen auftreten können. Dazu gehören sowohl graphisch-phonetische als auch morphologische Anpassungen. Bei der
Analyse der Familiennamen lassen sich allerdings auch andere Faktoren bemerken, wie nationale Stereotype, Wunsch nach der Bewahrung der eigenen kulturellen Identität oder die Aufenthaltsdauer - auch das wird im Vortrag thematisiert.

 

Christoph Terwitte (HU Berlin)

Informationsstruktur: Das Fokussystem des Ma'di (Nilo-Saharisch, Zentral-Sudanisch)

Die Funktion eines Gesprächsbeitrages besteht in den Theorien von Chafe und Lambrecht (etc.) in der Übermittlung von Informationen. Diese verpackt der Sprecher einerseits so, dass der Hörer sie leicht wieder entpacken kann. Andererseits bieten sich ihm auch verschiedene Möglichkeiten, Teile der Äußerung besonders hervorzuheben. Im Deutschen wird der Fokus in der Regel mittels intonationsphonologischer Akzente ausgedrückt. Im Ma'di jedoch, wie in vielen afrikanischen Sprachen, wird Fokus stets morphosyntaktisch erzeugt. In diesem Vortrag werde ich die verschiedenen Fokus-Operationen im Ma'di erklären, und eine mögliche systematische Ordnung vorstellen.

 

Till J. Nesta Woerfel (Uni Potsdam)

Wie sich Menschen bewegen. Sprache und Raum zwischen Grammatik und Kognition - Eine typologische Hypothese am Beispiel der multiethnolektalen Kontaktvarietät Kiezdeutsch

Ein Sprecher muss bei der Raumkonstitution durch Sprache in besonderem Maße sein sprachliches Wissen mit Informationen aus seinem kognitiven Bildspeicher verbinden, um eine Szenerie generieren zu können. Um etwa ein Bewegungsereignis auszudrücken, ist das Konzept des Weges elementar, welches einen Anfang und ein Ende der Bewegung beinhaltet und auf einem dreiteiligen QUELLE – WEG – ZIEL-Schema (source – path – goal) basiert.

Dabei gibt es zwei Sprachentypen, die den lexikalischen Bereich von räumlichen Bewegungsereignissen verschieden ausgebildet haben: Eine Reihe von Untersuchungen der (1) satellite verb framed und (2) verb framed Sprachen-Typologie (Leonard Talmy: 1991, 2000) konnten in jüngster Vergangenheit bestätigen, dass die Semantik von Bewegungsverben Einfluss auf die sprachliche Realisierung der Sprachen der Welt hat. So trägt in romanischen, semitischen und Turksprachen das Verb tendenziell die semantischen Komponenten Bewegung (motion) und Weg (path) im Verb (frz.: entrer> 'hinein gehen'), während die Art und Weise (manner) einer Bewegung häufig in optionalen adverbialen Konstituenten (frz.: en courant> 'rennend') ausgedrückt wird. Germanische, slawische, finnougrische oder sinotibetanische Sprachen enkodieren tendenziell Bewegung und Art und Weise im Verb (dt.: rennen) und den Weg außerhalb des Verbs in einem „Satelliten“ (dt: hinein).

Eine Reihe von Studien haben die Gültigkeit der Typologie crosslinguistisch untersucht und dabei gute Kandidaten für eine sprachrelativistische Erkenntnis gefunden (Slobin: 1998); weitere psycholinguistische Ansätze (Gullberg et al.: 2008, Özyürek et al.: 2005) untersuchen die Bewegungsereignisse begleitenden Gesten von Kindern und erwachsenen Sprechern beider Sprachentypen.

Im Vortrag soll ein bisher wenig untersuchter Bereich der Typologie fokussiert werden: Was passiert, wenn beide Sprachentypen aufeinander treffen? Im Interesse stehen hier nicht nur Lernervarietäten, sondern vor allem Kontaktvarietäten und Multiethnolekte.In der Kontaktvarietät „Kiezdeutsch“ (Wiese et al.: 2009) treffen verb-framed (Türkisch, Arabisch) und satellite-verb-framed (Deutsch) Sprachen aufeinander. Eine Sekundäranalyse von Korpusdaten des TP B6 im SFB 632 Informationsstruktur (Wiese et al.: 2009/10) soll mögliche Konsequenzen der beiden Typen in Kontaktvarietäten aufzeigen. Erwartet wird ein typologischer Einfluss auf die Organisation spatialer Relatoren und Bewegungsereignisse im entstandenen Multiethnolekt.

Literatur:

BERTHELE, Raphael (2006): Ort und Weg: die sprachliche Raumreferenz in Varietäten des Deutschen, Rätoromanischen und Französischen, Walter de Gruyter Verlag: Berlin.
SCHROEDER, Christoph (2009): gehen, laufen, torkeln: Eine typologisch gegründete Hypothese  für den Schriftspracherwerb in der Zweitsprache Deutsch mit Erstsprache Türkisch. In: Schramm, Karen & Schroeder, Christoph (Hrsg.): Empirische Zugänge zu Sprachförderung und Spracherwerb in Deutsch als Zweitsprache (Mehrspra­chigkeit), (S. 185-201), Münster/New York: Waxmann.
SLOBIN, Dan (1998): Verbalized Events: A dynamic approach to linguistic relativity and determinism. Working paper in preparation for the LAUD Symposium, Essen.
TALMY, Leonard (2000): Towards a cognitive semantics. Volume II: Typology and process in concept structuring, Cambridge, Massachusetts: MIT Press.
WIESE, Heike; Freywald, Ulrike; Schalowski, Sören & Mayr, Katharina (2009/10): Kiezdeutsch Korpus. A linguistic corpus of natural conversations among young people in a multiethnic urban
neighbourhood [sub corpus: Bewegungsverben], Potsdam University.
WIESE, Heike; Freywald, Ulrike, & Mayr, Katharina (2009). Kiezdeutsch as a Test Case for the Interaction Between Grammar and Information Structure. Interdisziplinäre Studien zur Informationsstruktur (ISIS). Arbeitspapier 12 des SFB 632 Informationsstruktur der Universität Potsdam und der Humboldt-Universität Berlin.

 

Henning Zeebe (Uni Mainz)

"Reflexives Passiv" und "passiv-ähnliche" Konstruktionen im Französischen und Deutschen. Eine sprachkontrastive Untersuchung aus typologischer Sicht


Das Französische gebraucht weitaus häufiger als das Deutsche das so genannte „reflexive Passiv“ („SE-Diathese“, Wehr 1995). Dies wird anhand einer sprachkontrastiven Korpusanalyse aus typologischer Sicht (Émile Zola: Germinal und dessen deutsche Übersetzung) aufgezeigt. Als Beschreibungsgrundlage hierfür dient das so genannte „Drei-Ebenen-Modell“ aus Wehr (1995), welches sich in die drei Ebenen Syntax, Semantik sowie Pragmatik gliedert.

Im Deutschen werden französische „SE-Konstruktionen“ (Wehr 1995; vgl. (1a)) entweder mit dem persönlichen Vorgangspassiv (werden + Partizip II-Konstruktion; vgl. (1b)) oder Aktiv wiedergegeben:

(1) a. Alors, des persiennes se rabattirent, … (Zola: Germinal (2000), 132)
b. Nun wurden die Fensterläden aufgestoßen, … (Zola: Germinal (1976), 32)
Trotz der unterschiedlichen morphologischen Verfahren zur Passivbildung (Verb + Morphem SE im Französischen vs. konjugierte Form des Hilfsverbs werden + Partizip II des Vollverbs im Deutschen) implizieren die Konstruktionen in beiden Sprachen immer einen menschlichen nicht-spezifischen Agens, der syntaktisch nicht erscheinen darf (Wehr 1998, Helbig 2004).

Auch das Deutsche besitzt ein „reflexives Passiv“ (SICH-Konstruktion), welches dieselben funktionalen Eigenschaften wie sein französisches Pendant hat:

(2) a. Das Buch verkauft sich gut (Helbig/Buscha 62007: 166, eig. Hervorh.)
b. Ce livre se vend bien
Schließlich weisen beide Sprachen „passiv-ähnliche“ Konstruktionen („Para-Diathesen“ mit se faire + Inf. (Wehr 2005) vs. Konstruktionen mit lassen + Inf. (Helbig 2004)) auf, die in erster Linie dazu dienen, eine andere semantische Rolle als den Patiens zum Subjekt und Topic zu machen (Wehr 2005).

Literatur:

Helbig, Gerhard (2004): "Zum 'Reflexiv-Passiv' und zum 'Medio-Passiv' im Deutschen", in: Gerhard Helbig: Kleinere Schriften zur Grammatik. Hg. v. Horst Sitta et al. München: Iudicium, 1099-1114.
Helbig, Gerhard/Joachim Buscha (2007): Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländer unterricht. 6. Aufl. Neubearbeitung. Berlin et al.: Langenscheidt.
Wehr, Barbara (1995): SE-Diathese im Italienischen. Tübingen: Narr.
Wehr, Barbara (1998): "Zur Beschreibung der SE-Konstruktionen im Romanischen", in: Wolfgang Dahmen (Hg.): Neuere Beschreibungsmethoden der Syntax romanischer Sprachen. Romanistisches Kolloquium XI. Tübingen: Narr, 127-148.
Wehr, Barbara (2005): "Diathesen und Para-Diathesen im Französischen", in: Carsten Sinner/Georgia Veldre (Hgg.): Diathesen im Französischen. Frankfurt am Main et al.: Lang, 177-197.

 

Katharina Zeller & Claudia Reitz (Uni Mainz)

ELDIA (European Language Diversity for All) - Projektvorstellung

ELDIA (European Language Diversity for All) ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das den Begriff des individuellen und gesellschaftlichen Multilingualismus voranbringen, neu konzipieren und bewerten wird. Experten der angewandten Sprachwissenschaften und der Soziolinguistik, der Rechtswissenschaft, der Soziologie und Statistik arbeiten zusammen um zu einem besseren Verstehen der Interaktion von lokalen, nationalen und internationalen (Verkehrs-)Sprachen im heutigen Europa beizutragen. Die empirische Forschung wird anhand eines ausgewählten Samples mehrsprachiger Gemeinschaften durchgeführt, das das ganze Spektrum verschiedenster politischer und sozioökonomischer Bedingungen linguistischer Minderheiten in Europa (zahlenmäßig kleinerer und größerer, autochthoner oder durch Migration entstandener, vitaler und gefährdeter, hoch oder kaum standardisierter Sprachen, etc.) abdecken wird.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer systematischen und generalisierbaren Methode, dem EuLaViBar (European Language Vitality Barometer), zur Beschreibung, Messung und Bewertung der sich verschiebenden Kräfte zwischen europäischen Sprachen, welches angemessen und einfach anzuwenden ist. Mithilfe dieses Instrumentariums wird es möglich sein verschiedene Situationen bezüglich a) der linguistischen Diversität b) des Gebrauchs verschiedener Arten von Verkehrssprachen in verschiedenen Kontexten und c) Fragen der Vitalität, der Erhaltung und der Gefährdung der betreffenden Sprache zu analysieren. Zudem wird ein allgemeines und prüfbares Modell europäischer Praxis des Gebrauchs von Verkehrssprachen in internationalen, intra-nationalen und regionalen Zusammenhängen entwickelt werden.

 

Annette Zmyj (Uni Frankfurt)

Recht auf Muttersprache als EU-Recht und Menschenrecht

Da die jetzige Sprachenpraxis der EU nicht der Sprachencharta entspricht und damit praktisch illegal ist, außerdem die meisten Mitgliedsländer wirtschaftlich benachteiligt und dabei riesige Kosten für Übersetzungen verursacht, aber damit unzählige Fehlerquellen schafft und organisatorisch weder durchführbar noch überprüfbar ist, ist es unbedingt notwendig, eine neutrale Zentralsprache für die EU einzuführen. Wenn die europäischen Sprachgemeinschaften in Europa auf Dauer ihre Kultur bewahren wollen, dann müssen sie eine gemeinsame neutrale Verständigungsmöglichkeit entwickeln; andernfalls wird durch Unterdrückung oder Verdrängung eine Selektion erfolgen, aus der die wirtschaftlich oder militärisch Stärksten als Sieger hervorgehen und die demokratische Struktur der Europäischen Union als Verliererin. Der romanische Wortschatz ist das gemeinsame sprachliche Fundament Europas und seiner Kultur. Für die Verständigung in Europa ist deshalb eine optimierte Leichtlernsprache auf romanischer Basis am besten geeignet. Wir brauchen eine Leichtlernsprache, die sich von selbst verbreitet, wenn man die Möglichkeiten dafür schafft – dazu muß die EU verpflichtet werden, aus rechtlichen, finanziellen und vor allem politischen Gründen: alle können ihre Muttersprache behalten und müssen nur e i n e leicht zu lernende Sprache lernen, um sich untereinander verständigen zu können. Als Beispiel habe ich den Struwwelpeter in die Leichtlernsprache übersetzt.

 

Workshops

Astrid Arnold, Simone Gerhards, Barbara Reichenbächer (Uni Mainz)

Dd mdw jn Wsjr - Ägyptische Hieroglyphen für Einsteiger

Jahrhundertelang herrschte die Ansicht, dass die ägyptischen Hieroglyphen eine reine Bilderschrift darstellten. Die Entzifferung der Hieroglyphen durch J.-F. Champollion 1822 zeigte allerdings, dass die Zeichen unterschiedliche Funktionen haben können - als Phonogramme, Ideogramme und/oder Semogramme. Diese Entdeckung ist einer der größten Erfolge der Linguistik.
Dieser Workshop gibt einen umfassenden Einblick in die Schrift der Alten Ägypter. Ziel ist es, die wichtigsten Zeichen lesen und schreiben zu können. Gemeinsam werden wir Götter- und Königsnamen erarbeiten und Originalinschriften lesen.

 

Annemarie Deser (Uni Mainz)

Einführung in DGS (Deutsche Gebärdensprache)

Ein kleiner Workshop als Amuse-Gueule über die vierdimensionale Sprache:
Neben einem kurzen generellen Überblick über Nicht-Lautsprache und die Entkräftung der gängigsten Vorurteile, präsentiere ich euch einige nützliche, witzige, faszinierende... Ausdrücke der deutschen Gebärdensprache. (Das Sich-Vorstellen, Zahlen, etwas Grammatik und einige
Kuriositäten...) Am Ende gibt’s ein kleines Quiz.

 

Lidia Federica Mazzitelli (Uni Rom)

Mini-Italienischkurs (in German or in English)

This workshop will be an introduction to the Italian language: It is thought not only for those, who want to visit the Belpaese, but also for those, who are interested in knowing Italian from a linguistic point of view. It will be presented the main morphosyntatic features of the Italian language and at the same time some useful expressions and idioms.

 

Leo Sakaguchi (TU Darmstadt), Sophia Berlin & André Müller (Uni Leipzig)

Esperanto für Anfänger

Zu diesem Kurs ist jeder eingeladen, der nicht weiß, was Esperanto ist oder sich für Esperanto interessiert und die Sprache gerne etwas näher kennenlernen möchte. Vorab-Online Kurs empfiehlt sich: www.lernu.net

 

Joanna Maria Spychała & Ewa Bielska (Uni Poznań)

Crash course in Polish

This workshop is an introduction to the Polish language. We will not only teach you some phrases which may be useful if you decide to visit Poland one day, but we also want to provide you with some information about Polish from the linguistic point of view. Obviously no one has ever learned a language within less than an hour :) but maybe it is going to be just the start of a great adventure …?

 

Kyoko Sugisaki (Uni Bielefeld)

Toward the Topic-Marker as the Case-Marker*

This workshop will provide a brief introduction to the case-marker and the topic-marker. I will address certain issues that arise from the fact that the topic-marker is commonly regarded as a cue for the information structure and is not included in the morpho-syntactic discussion. Especially if we look at Japanese data, there seems to be strong evidence to consider the topic-marker as the subject-marker, and therefore the topic marker could be discussed on the same level as the case-marker.

From the view of the discourse, the topic-marker marked the discourse prominence (e.g. topic and focus, dependent on the phrase structure position) in the realization of the information structure. However, the function of the topic-marker is not restricted to the marking of the discourse prominence: it contributes also to the syntactic, semantic, anaphoric function. The so-called topic-marker “wa” in Japanese is licensed by the verbal predicate but not by the nominal predicate, while the so-called nominative marker “ga” is also licensed by the nominal predicate. The distribution of the topic-marker and nominative-marker as the subject is almost complementary in Japanese: The nominative marker is used for the noun phrase and sub-sentence, while the topic-marker is used elsewhere. Both topic and nominative morphemes are not only checked by the head, but also provide the syntactic information. However, their distribution is not completely complementary: there is an overlapping distribution in the sentence structure (e.g. simple sentences or main-sentences). In this case, the decision on the morpheme (“ga” or “wa”) is dependent on the semantic and anaphoric coding. The topic marker denotes the thing as a kind and provides the generic interpretation, while the nominative marker denotes the thing as a specific object. As for the anaphorical dependency, the noun phrase marked with the nominative marker behaves differently in the role of antecedent than the subject noun phrase with the topic marker: the noun phrase marked with the topic marker goes over the intersentential and sentential domain, while the noun phrase with the nominative marker tends to stay in its domain.

In the workshop, I provide Japanese data and various issues on the case-marker like ergative-marker. I want to discuss the following questions together with the participants: What is the core function of the case? How the case is overt realized? Why is the topic not regarded as the case-marker? Why could we not define the topic-marker as another type of the subject marker?

The workshop should results in a fine-grained definition of the case-marker and a better understanding of the interaction between morphology, syntax and pragmatic.

*It is to note that the workshop is mainly based on my master thesis on which I am working in the LFG and OT-framework. It would be nice to discuss the issue with other students that are interested in case, word order, pragmatics, too. (-:

References

Blake, Barry. (1994). Case. Cambridge: Cambridge University Press. Bossong, Georg. 1989. Morphemic Marking of Topic and Focus. In: M. Kefer & J. van der Auwera (Ed.) Universals of Language (Bergian Journal of Linguistics 4) 27-51
Butt, M., King, T.H. 2003. Case Systems: Beyond structural distinctions. In: New Perspective on Case Theory. (Ed.). E. Brandner, H. Zimsmeister. California: CSLI Publications.
Butt, M., King, T.H. 2005. The status of case. In: V. Dayal, A. Mahajan. (Ed.) Clause Structure in South Asian Language. Dordrecht: Springer.
Butt, M. 2006. Theories of Case. Cambridge: Cambridge University Press.
Haspelmath, M. 2009. Terminology of case. In: Malchukov & A. Spencer (Ed.) The Oxford Handbook of Case. Oxford: Oxford University Press

 

 Gastvortrag

Dr. habil. Marion Grein (Uni Mainz)

Komplimente im Sprachvergleich - „Bei diesen Sprüchen kann selbst Chuck Norris einpacken!“

„Du bist aber dick geworden!“ - Deine Augen funkeln heller als die Sterne!“ - „Irrer Nagellack!“

Jeder, der es einmal versucht hat weiß, es ist nicht einfach, ein schönes Kompliment zu machen. „Na, du alter Kochtopf!“ ...damit es bei Verliebten aus zwei verschiedenen Kulturen dabei nicht zu Missverständnissen kommt, sollte man die Komplimente des Anderen richtig verstehen. Sie schaffen aber nicht nur zwischen Partnern eine angenehme Atmosphäre. Welche sprachlichen Mittel und welche pragmatischen Grundsätze aber sollte man beachten? Nicht überall sind Adjektive wie schön, nett, lecker, hübsch, toll usw. das Mittel der Wahl und wollten wir nicht schon immer mal wissen, was die schönsten Komplimente sind, von wem und wo sie gemacht werden?
Der Vortrag ist dem Bereich der Interkulturellen Pragmatik zuzuordnen. Dabei sollen die Formen und Funktionen des Sprechakts Kompliment aufgezeigt werden. Der Fokus wird auf der kulturellen Prägung dieses Sprechaktes liegen. Variation findet sich hier sowohl im Bereich der Häufigkeit, des Status, der Reaktion auf Komplimente und der sprachlichen Struktur. Nach einer Definition des Sprechakts Kompliment werden die Funktionen thematisiert. Es folgt ein Blick auf Status, Frequenz und Struktur. Dabei werden zahlreiche Sprachbeispiele herangezogen.

 

Führungen

Führung durch das DFG-Projekt Deutscher Familiennamenatlas

Der DFA (Deutscher Familiennamenatlas) ist ein von der DFG gefördertes Gemeinschaftsprojekt der Unis Freiburg und Mainz. Seit 2005 widmen sich die MitarbeiterInnen der geographischen Erfassung der deutschen Familiennamen unter primär linguistischen Gesichtspunkten. 2009 erschien der erste Band des Atlas zum Vokalismus der Familiennamen, Bände zu Konsonantismus, Morphologie und Lexik folgen. Die kartierten Namenlandschaften spiegeln sprachliche Entwicklungen und dialektale Unterschiede wider, so z.B. Lautwandelphänomene wie die 2. Lautverschiebung, morphologische Variation wie z.B. die verschiedenen Diminutivsuffixe oder lexikalische Unterschiede zwischen verschiedenen Sprachräumen. Somit bietet die Familiennamengeographie wichtige Erkenntnisse für die Sprachwissenschaft, aber auch für viele andere Disziplinen.

Bei der Führung durch die Mainzer Büros des Projekts kann man erfahren, wie die Arbeit am DFA funktioniert. Wie werden die Namenkarten erstellt? Nach welchen Kriterien werden die Namen ausgewählt, die kartiert werden? Welche Erkenntnisse kann man aus den Karten ziehen? Und was hat es wohl mit dem Meier-Loch auf sich?

Max. Teilnehmerzahl: 10-12

 
Führung durch das neurolinguistische Labor

An den Führungen können aus Platzgründen nur wenige Personen teilnehmen.

 

Meta-Veranstaltungen

Koordination: Kristin Kopf (Uni Mainz, StuTS-Förderverein)

Planungstreffen 48. & 49.StuTS

Dieses Planungstreffen hat zwei Ziele:

1. Erfahrungen von der Planung der 47. StuTS an das Orgateam der 48. StuTS weiterzugeben und

2. Interessierte für die Ausrichtung der 49. StuTS zu finden. (1.6. – 5.6.2011, die Woche mit Christi Himmelfahrt)

Wenn ihr euch dafür interessiert, die 49. StuTS zu organisieren, dann kommt einfach zu diesem Treffen. Das im Anschluss tagende Plenum, also alle StuTS-TeilnehmerInnen, wird die Ausrichter offiziell wählen. Natürlich erzählen wir euch auch schon in den Tagen vorher gerne, was mit der Organisation einer StuTS genau verbunden ist.

 

Koordination: Ann-Cathrin Klose (Uni Mainz)

Fachschaftenworkshop

Die StuTS ist die Bundesfachschaftentagung der Linguistik. Darum bieten wir in diesem Workshop speziell für Fachschaftsräte eine Möglichkeit zum Austausch über alle Fragen und Probleme, die das Studium und die Fachschaftsarbeit betreffen. Außerdem können Informationen über Studiengänge und Veranstaltungen an der eigenen Universität eingebracht werden um das Beratungsangebot der einzelnen Fachschaften zu verbessern.

Dieser Workshop hat kein festes Programm sondern wird von den Teilnehmern durch eigene Themen gestaltet. Themenvorschläge und Ideen können entweder im Vorfeld per E-Mail angemeldet oder spontan eingebracht werden. Per E-Mail angekündigte Themen werden wir an dieser Stelle bekanntgeben.

 

Jens Vorbrink (Uni Mainz)

StuTS-Homepage

Die StuTS-Homepage www.stuts.de ist mittlerweile etwas in die Jahre gekommen und ich habe mit einem Redesign begonnen. Die AG soll vor allem zur Ideensammlung und zur Sammlung engagierter Freiwilliger für die Mitarbeit am Projekt dienen. Ein Grunddesign von mir existiert bereits unter stuts.de/new, Feedback ist erwünscht. Ideen für neue Inhalte (und auch, wie man sie insbesondere personell umsetzen könnte) sind ebenfalls sehr willkommen.